Psychosoziale Prozessbegleitung

für mehr Opferschutz

Mayener Forum gegen Gewalt informiert

14.1.2019 | Die Psychosoziale Prozessbegleitung soll dazu beitragen, dass Opfer von schweren Straftaten bereits im Ermittlungsverfahren von psychosozialen Prozessbetreuerinnen begleitet werden. Diese besondere Form der Zeugen- begleitung, die vor allem besonders schutzwürdigen Verletzten von Straftaten helfen soll, gibt es noch nicht so lange. Damit dürfen Prozessbetreuerinnen an allen polizeilichen Vernehmungen, bei der Staatsanwaltschaft und vor Gericht teil- nehmen. Sie informieren u.a. über den formalen Ablauf und die mögliche Dauer eines Verfahrens, über die Rechte und Pflichten von Zeuginnen und Zeugen, über Unterstützungsmöglichkeiten durch Beratung und Therapie. Psychosoziale Prozess- betreuerinnen unterstützen die Opfer schwerer Straftaten bei Formalitäten im Zusammenhang mit dem Verfahren, dem Abbau von Ängsten und Befürchtungen, bei der Vermittlung ins weitere Hilfesystem und auch bei Fragen und Anliegen nach Beendigung des Verfahrens. Da Psychosoziale Prozessbegleiterinnen keine rechtliche Beratung leisten dürfen, müssen sich die betroffenen Personen an eine Rechtsanwältin oder einen Rechts- anwalt wenden. Wer Opfer einer schweren Straftat geworden ist, kann in vielen Fällen eine kostenlose psychosoziale Prozessbegleitung beigeordnet bekommen. Dies gilt auch oft für die Beiordnung von Rechtsanwältinnen. Der Antrag auf eine Beiordnung kann bereits ab dem Zeitpunkt der Anzeige einer Straftat gestellt werden. Wenn die Voraussetzungen für die Beiordnung vorliegen, werden die Kosten für die psychosoziale Prozessbegleitung vom Staat gezahlt. Über die Beiordnung entscheidet das zuständige Gericht. Die psychosozialen Prozessbeleiterinnen müssen in ihrem Beruf bestimmte Mindestanforderungen genügen. Weitere Infos zum Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen auf der Website: www.mayener-forum-gegen-gewalt.de | Die Mitglieder des Mayener Forums finden Sie dort auf der Seite „Über uns“