Mayener Forum gegen Gewalt sorgt für

Aufmerksamkeit

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger informierten sich auf dem

Mayener Marktplatz

12.6.2018  |  Wieder einmal bei schönstem Wetter präsentiert sich das „Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen“ auf dem Mayener Marktplatz. Das Duo LaRiMaR – Christine Echtermann und Stefan Löschner mit zwei jungen Musikschülerinnen – sorgt vor dem alten Rathaus für gute Laune und Mitglieder des Forums verteilen Rosen. Alles schön, auf den ersten Blick. Doch schaut man genauer hin, tragen die Teilnehmer T-Shirts mit dem Satz „Wir sind unschlagbar“. Und sie verteilen Postkarten, auf denen steht „Ich bin unschlagbar“, „Du bist unschlagbar“, „Wir sind unschlagbar“. Gewalt in engen sozialen Beziehungen ist ein Tabuthema und das Mayener Forum gegen Gewalt sorgt dafür, dass das in Mayen, auf dem Maifeld, in Mendig und in der Verbandsgemeinde Vordereifel nicht so bleibt. Das Mayener Forum will helfen. Doch diese Hilfe kommt nur dann bei den Menschen an, wenn die Polizei bei ihren Einsätzen auch auf das Angebot aufmerksam macht. Und das klappt in Mayen bestens, weshalb sich Lea Bales, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Mayen-Koblenz, herzlich bei Polizeihauptkommissar Armin Behrendt für die gute Zusammenarbeit bedankt. Auch Claudia Gotthardt, die 2006 das Mayener Forum für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder in Mayen und Umgebung ins Leben gerufen hat, wird herzlich begrüßt. „Ich bin froh, dass wir das weiterführen“, so Claudia Gotthardt. Und Lea Bales erzählt, was sich in den 12 Jahren verändert hat: „Die Gesellschaft ist bunter geworden, weshalb wir auf unserer Homepage einige andere Sprachen eingestellt haben.“ Dass häusliche Gewalt auch weiterhin Thema ist, bestätigen die Caritas-Mitarbeiterinnen Margot Kürsten und Nicole Salkowski, deren Interventionsstelle Cochem/Mayen (IST) bereits seit 10 Jahren beim Caritas- verband Rhein-Mosel-Ahr e.V. im Mehrgenerationenhaus St. Matthias angesiedelt ist. Die Fachberatungsstelle IST Mayen berät Frauen, die von physischer, psychi- scher und/oder sozialer Gewalt in engen sozialen Beziehungen betroffen sind. Und es kommen mehr Übergriffe zur Anzeige. Hierzu Lea Bales: „Mehr Frauen trauen sich was zu sagen. Ob es aber wirklich mehr Fälle sind, weiß ich nicht.“ Das „Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen“ will am Thema bleiben und für Aufmerksamkeit sorgen, so Margot Kürsten: „Die einen gehen schnell vorbei, weil es ein unangenehmes Thema ist. Dann habe ich einige wieder- getroffen, die eine Geschichte hatten.“ Rosen, Veilchen, Gespräche. Lea Bales und ihre Mitstreiter des Mayener Forums kommen mit den Leuten ins Gespräch und verteilen mit den Rosen Infokarten mit Notrufnummer und kleine Broschüren mit den wichtigsten Anlaufstellen. Diese Materialen können im Notfall bei häuslicher Gewalt helfen. Das wichtigste Medium aber ist die Homepage des Mayener Forums, denn diese Informationen mit allen Telefonnummern sind immer und überall abrufbar. „Nur, wenn wir auf Leute zugehen und das Projekt noch bekannter machen, können wir etwas ändern“, so Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens, der sich über die gute Resonanz freut. Das „Mayener Forum gegen Gewalt“ bilden: das Amtsgericht Mayen, die beim Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. angesiedelte IST Interventionsstelle Cochem/Mayen, der Deutsche Kinderschutzbund Mayen-Andernach e.V., Gesundheitsamt Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Mayen-Koblenz, Jugendamt Stadtverwaltung Mayen, Jugendamt Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, JHZ Bernardshof, Jobcenter Landkreis Mayen- Koblenz, Katholische Familienbildungsstätte, Lebensberatung Mayen, Polizei- inspektion Mayen, die Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Koblenz, der WEISSE RING, drei Rechtsanwältinnen und die Gerichtshilfe der Staatsanwaltschaft Koblenz. Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen: www.mayener-forum-gegen-gewalt.de
Foto: E.T. Müller