„Erreichen wir heute nur eine Betroffene,

so ist es schon ein Erfolg“

Mayener Forum informierte Bürger vor dem alten Rathaus

1.6.2016 | An einem Samstagvormittag im Mai. Strahlender Sonnenschein, Musik vom Duo LaRiMaR lässt die Passanten vor dem alten Mayener Rathaus verweilen. Auf dem Marktplatz kommen die Frauen vom Mayener Forum gegen Gewalt mit den Leuten ins Gespräch, reichen Infomaterialien weiter. Auch Lea Bales vom Mayener Forum, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Mayen-Koblenz, trägt ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift „Wir sind unschlagbar“. Sie sieht das Engagement in jedem Fall positiv: „Erreichen wir heute nur eine Betroffene, so ist es ein Erfolg.“ Und Lea Bales berichtet von einer Frau, die ihr nach 20 Jahren partnerschaftlicher Gewalt sagte: „Damals wusste ich nicht, an wen ich mich wenden sollte.“ Deshalb ist es wichtig, immer wieder auf die Hilfsangebote für Frauen im Kreis Mayen-Koblenz aufmerksam zu machen. Oft sind es Freunde, Nachbarn, Verwandte, die vom Mayener Forum erfahren und ihr Wissen an betroffene Frauen weitergeben. „Deshalb müssen wir die Bürgerinnen und Bürger immer wieder für dieses Thema sensibilisieren, bei häuslicher Gewalt nicht wegzuschauen und stattdessen zu helfen. Hilfe kann schon sein, unsere Telefonnummer weiterzugeben“, sagt Margot Kürsten von der IST Interventionsstelle Cochem / Mayen des Caritasverbands Rhein-Mosel-Ahr e.V., die im Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen angesiedelt ist. Die IST ist eine Beratungsstelle für Frauen, die von physischer, psychischer und/oder sozialer Gewalt in engen sozialen Beziehungen betroffen sind. Die Nummer: 02651 / 98 69-139. Lea Bales, Ursula Beck, Margreth Kühner-Pustrowski, Margot Kürsten, Nicole Salkowski, Monika Walker, Marina Stieldorf und Jürgen Klein haben Infokarten mit Notrufnummern und kleine Broschüren mit den wichtigsten Anlaufstellen bei der Hand, die im Notfall bei häuslicher Gewalt helfen können. Das wichtigste Medium aber ist die Homepage des Mayener Forums, da hier alle Infos und Telefonnummern immer und überall abrufbar sind: www.mayener-forum-gegen-gewalt.de „Wir konnten mit so vielen Menschen sprechen“, freut sich Lea Bales. Und sie bedankt sich beim Duo LaRiMaR, Christine Echtermann und Stefan Löschner, sowie bei den jungen Musikschülerinnen, die kostenlos aufgetreten sind: „Dank der tollen Musik wurden die Leute noch mehr auf unseren Stand aufmerksam. Das war klasse!“ Und sie verweist auf ein weiteres Highlight. So ist die internationale Ausstellung „Die Dinge beim Namen nennen – Gewalt gegen Frauen im Alltag“, bis zum 30. Juni in der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Bahnhofstraße 9, in Koblenz zu sehen. Interessierte Schulklassen, Gruppen oder Einzelpersonen können sich mit Lea Bales in Verbindung setzen, Telefon: 0261 / 108 275.
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